Ich weiß nicht was das soll, aber anscheinend beschäftigt mein Unternehmen Leute, die für nichts anderes bezahlt werden als uns das Leben schwer zu machen und uns an unserer Arbeit zu hindern. In der Niederlassung in der ich zZt. arbeite treten angeblich momentan verhältnismäßig viele Wiederholungsstörungen auf. Das bedeutet, dass ein Techniker sich um die Beseitigung einer Störung gekümmert bzw. einen Neuanschluss eingerichtet hat und ihm dabei ein Fehler unterlaufen ist, was ja durchaus menschlich sein soll. Das kostet Zeit und Geld. Aus dem Grunde müssen wir jetzt für jeden Anschluss umfassende Prüfungen vornehmen und alle wichtigen Messergebnisse protokollieren. Normalerweise sieht die Prüfung so aus, dass man einfach nur testet, ob der Anschluss läuft, dann ist die Sache erledigt. Jetzt müssen wir für jede Neueinrichtung und Störung den Anschluss messen und die Messwerte in einem neu eingeführten IV-System dokumentieren. Das kostet noch mehr Zeit und damit natürlich auch Geld. Dazu kommt noch, dass dieses neue, supertolle System noch eine Beta-Version zu sein scheint. Es läuft nämlich total beschissen. Wenn man Messwerte einträgt, welche die Software für unplausibel hält (Praxis != Theorie), dann gibt es eine Fehlermeldung aus und leert alle EIngabefelder. Man muss also nicht nur den falschen Eintrag korrigieren, sondern das ganze „Formular“ neu ausfüllen. Klasse! Eine Handlungsanweisung, was getan werden soll, wenn das System die Messergebnisse für unplausibel hält gibt es natürlich nicht. Das System geht nämlich davon aus, dass ein Anschluss, der in der Theorie nicht funktionieren würde auch in der Praxis nicht läuft. Also verzichtet man entweder auf die Dokumentation bei diesem Auftrag oder man schummelt bei den Werten. Beides führt das ganze ad absurdum.
Wer entwickelt so einen Mist eigentlich?
Die zweite Neuerung: Ich habe ja schon mal erwähnt, dass mein Unternehmen nicht nur die eigenen Kunden betreut, sondern auch die Endkunden von Konkurrenten. Diese Konkurrenten unterstellen uns offenbar, dass wir unsere Arbeit nicht richtig machen würden und Kundenbesuche einfach nicht durchführen. Aus dem Grund müssen wir ab sofort bei derartigen Aufträgen einen tollen Zettel ausfüllen. Hier muss der gesamte Arbeitsablauf, angefangen beim Namen des Kunden, bis hin zur Uhrzeit. Der Kunde muss natürlich unterschreiben. Dabei kann man nur hoffen, dass sich der Kunde den Wisch nicht durchliest, wimmelt es darin doch nur so von Fachbegriffen und Abkürzungen, die ein Otto-Normalverbraucher nicht verstehen wird.
Der Wisch muss dann irgendwohin (wo das landet, weiß kein Mensch
) gefaxt und in einer noch zu schaffenden Kiste abgelegt werden wo er dann vergammelt. Das Konzept scheint aber nicht durchdacht worden zu sein. Angenommen ein Servicetechniker fährt wirklich nicht hin. Dann muss er den Auftrag irgendwie abschließen. In diesem Fall muss er an die Disposition zurück, mit dem Hinweis „Kunde nicht angetroffen“. Genau das muss man auf dem Zettel auch ankreuzen. Also doppelt gemoppelt
.
Das ganze kostet alles nur Zeit und damit Geld. Dabei ist es völlig unnötig. Wie sollen wir da mehr schaffen? Ich glaube, manche Leute, die sich in diesem Laden Führungskräfte nennen dürfen, sollten mal einen Tag lang Dienst nach Vorschrift bei uns machen. Da schafft man nichts!